Zaubertricks und TRIZ-Prinzipien

Beim TRIZ-Expertentag im Februar 2026 ließ Prof. Dr. Ralf Laue die Teilnehmenden knobeln, welche TRIZ-Prinzipien bei Zaubertricks angewendet wurden. Jetzt hat er uns die Auswertung geschickt, wie wir TRIZniks im Vergleich mit anderen Testpersonen abgeschnitten haben:

„Das Experiment mit der Aufgabe, das Trickgeheimnis von Zaubertricks zu entschlüsseln, wurde bisher schon mit verschiedenen Gruppen von Probanden durchgeführt:

Literaturtipp 1
Literaturtipp 2

Und ja … die Teilnehmer des Expertentags hatten das bisher beste Ergebnis aller untersuchten Gruppen, wenn auch der Vorsprung kleiner war als ich das erwartet hätte.
Also: Glückwunsch und vielen Dank für die Teilnahme am Experiment!

Interessant sind die Beobachtungen zu den Tricks, bei denen es die deutlichsten Unterschiede zu anderen Gruppen gab. Eine sagenhaft doppelt so hohe Zahl von richtigen Lösungen im Vergleich zu Anderen gab es bei einem Trick, bei dem das Prinzip 7, die Verschachtelung, der Schlüssel zur Lösung war. Das zeigt meiner Meinung nach schön, wie die Vertrautheit mit solchen Prinzipien das Denken verändern kann.

 

Mit nur einer Bewegung vom unsortierten zum sortierten Rubik-Würfel gelangen – wie ist das möglich?

Am schlechtesten dagegen fiel das Ergebnis beim „sich selbst ordnenden Rubik-Würfel“ aus. Hier waren getestete Informatikstudenten deutlich erfolgreicher dabei, die richtige Lösung anzugeben. Nun, man kann davon ausgehen, dass denen das Konzept „Rubik-Würfel“ (dessen sechs Seiten man sich genau hätte anschauen sollen) aus persönlicher Erfahrung vertrauter ist als den meist älteren Teilnehmern, die damit vermutlich in den 1980er Jahren ihre Erfahrungen gesammelt haben. Meiner Meinung nach ist das ein gutes Argument für externe, diverse Sichten innerhalb von Gruppen, die Innovation vorantreiben.

Und weil ich oft gefragt wurde… Als Mitglied des Magischen Zirkels ist es mir unter Androhung des Vereinsausschlusses untersagt, Trickgeheimnisse zu verraten. Aber andrerseits liebt die TRIZ-Gemeinschaft Patente, und was patentiert ist, ist auch kein Geheimnis mehr. Deshalb hier die geniale Idee zu einem der gezeigten Tricks, wo die Münze das Gummituch „durchdringt“:

Patentlink 1
Patentlink 2

Nachzutragen bliebe noch, dass keiner der beiden Patentinhaber diese tolle Methode erfunden hat, sondern der Tscheche Lubor Fiedler. Aber wie soll das Patentamt den Stand der Technik prüfen, wenn die nur in der verschlossen gehaltenen magischen Literatur beschrieben ist?“