Deutscher TRIZ-Studentenpreis 2018

Seit 2013 wird der Deutsche TRIZ-Studentenpreis jährlich mit Unterstützung der MATRIZ verliehen. Wie in den vergangenen Jahren ist der Preis nicht mit einem Preisgeld dotiert: Im Rahmen des TRIZ-Anwendertags 2018 am 17. Juli 2018 in Heilbronn wurden ein Zertifikat und ein kleines Geschenk überreicht, sowie eine Übernachtung und die Tagungskosten übernommen. Wir möchten mit diesem Setting die frühzeitige Vernetzung der TRIZ-Interessierten fördern und ihnen die Möglichkeit geben, die wichtigsten Leute zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum an einem Tag kennenzulernen.

Studenten und Schüler können sich für den TRIZ-Studentenpreis nicht selbst anmelden. Ein Mentor aus Universität, Schule oder Industrie muss ein Template einreichen und so eine Kandidatin oder einen Kandidaten vorschlagen. Die Präsidenten der regionalen TRIZ-Vereine wählen die Preisträger aus.

In diesem Jahr gab es drei Preisträger: Gewonnen hat Laura Lindemann mit ihrer Masterarbeit „TRIZ, Szenarienbildung & Bibliometrie als Grundlage zur Geschäftsmodellentwicklung am Beispiel von MAN Truck&Bus“ an der Uni Ulm. Ihre Mentorin war Birgit Stelzer. Hier ein kleiner Auszug aus der Laudatio: „Laura Lindemann hat sich mit dem Thema Analyse von Systemen in wirtschaftlichen Kontexten während ihres gesamten Hauptstudiums befasst. TRIZ erschien ihr, sowohl in der Zukunftsforschung als auch in der Geschäftsmodellentwicklung, als performantes Tool, das zur Systemanalyse dienlich ist, auch in nicht technischen Kontexten. Sie hat sich für die Verbreitung des TRIZ-Ansatzes bei MAN Bus&Truck stark eingesetzt und ihre Abteilung (Product Strategy Truck) von dessen Mehrwert nachhaltig überzeugt.“

Den zweiten Preis erhielt Tobias Finkenzeller von der Hochschule Landshut, der von Prof. Andrea Badura vorgeschlagen wurde. Er beschäftigte sich in seiner Masterarbeit mit der „Entwicklung eines Vertriebskonzeptes zur effizienten Bearbeitung von Akquisen in der Automobilzulieferindustrie“. Basierend auf umfassenden Literaturrecherchen und den Ergebnissen der Expertenbefragung wurde ein Vertriebskonzept erstellt, das die Vertriebsphasenorientierung des Agile Selling mit passenden TRIZ-Methoden ergänzt. Den Ansatz nennt Herr Finkenzeller „Agile TRIZ Selling“. Er ist damit ein hervorragender Fürsprecher für TRIZ in einem vordergründig nicht technischen Bereich.

Alex Lobanov von der Hochschule Coburg erhielt den 3. Preis. Sein Mentor war Prof. Kai Hiltmann: „Alex Lobanov stellt die bekanntesten Systeme von TESE zusammen und versucht, diese am historischen Beispiel von Mobiltelefonen zu überprüfen. Im Einzelnen untersucht er den Trend der steigenden Steuerbarkeit und den Trend der abnehmenden menschlichen Interaktion. Hierzu erstellt er Messkriterien und wertet die historische Entwicklung daran aus. Es zeigte sich, dass, wenn das Obersystem in die Betrachtung mit einbezogen wird, auch Entwicklungen nach dem Antitrend beobachtet werden können. Beispielsweise folgen generell Spiele – aber wahrscheinlich überhaupt Systeme zur Zeitgestaltung – nicht dem Trend der abnehmenden menschlichen Interaktion.“

Posterpräsentationen aller prämierten Arbeiten wurden im Foyer ausgestellt und boten den Studierenden viele Gesprächsanlässe und Vernetzungsmöglichkeiten.

Ich hoffe, dass sich die deutschsprachige TRIZ-Community langfristig stärker vernetzt und wünsche mir, viele junge Menschen als nächste Generation einbinden zu können.

 

Auf dem Foto von links nach rechts: Dr. Birgit Stelzer, Prof. Andrea Badura, Dr. Robert Bartl, Tobias Finkenzeller, Alex Lobanov, Dr. Robert Adunka; ©Bayern Innovativ, 2018

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