Deutscher TRIZ Anwendertag 2014 (27. Mai 2014)

Auf dem Deutschen TRIZ-Anwendertag in München waren etwa 70 Teilnehmer anwesend. Die Hälfte der Personen hatte vor diesem Tag gar keinen oder sehr wenig Kontakt mit TRIZ.

Der Tag begann mit einer Begrüßung und einigen einleitenden Worten zu Bayern Innovativ von Dr. Robert Bartl, dem Leiter des Energie-Cluster innerhalb Bayern Innovativ. Im Anschluss daran stellten Dr. Robert Adunka (Siemens AG) und Prof. Dr. Oliver Mayer (GE) den Zuhörern die Geschichte und die Methodik von TRIZ vor. Die nächste Präsentation von Christoph Dobrusskin (Philips) war eine Demonstration zweier handelsüblicher Produkte (Entsafter und Epilierer) die mit TRIZ-Methoden entwickelt wurden. Die Zuhörer konnten sehen, hören, fühlen und schmecken, was TRIZ dem Konsumenten ermöglicht. Kurz vor der Mittagspause gab Daniel Wagner (BMW) Einblicke in die Entwicklung von elektrischen Antriebssystemen mithilfe von TRIZ und auf TRIZ basierender Patentforschung. Außerdem führte er die sogenannte „TRIZ-Box“ vor, eine Box mit vielen kleinen aber cleveren Produkten, die die 40 erfinderischen Prinzipien darstellen sollen. Diese Box wird in TRIZ-Workshops mit Teilnehmern verwendet, die zuvor noch keine Erfahrung mit TRIZ hatten.

Nach der Mittagspause konnten sich die Teilnehmer entscheiden, an welchen Workshops sie teilnehmen wollten. Ein Workshop ging genauer auf den Gebrauch der TRIZ-Box ein, einer auf Funktionsanalysen, einer auf technische Widersprüche und eine Gesprächsrunde befasste sich mit dem Thema, wie man TRIZ in Unternehmen integrieren kann.

Die Besucher des TRIZ-Anwendertages hatten auch Zeit, die Poster-Session der Studenten zu besuchen, denen der „Deutsche MATRIZ Studentenpreis 2015“ verliehen wurde. Dieses Jahr wurden vier Studenten nominiert. Michael Sattler aus Österreich bekam den Preis für seine aktive Rolle beim letzten TRIZ-Praktikertag in Österreich und für sein Open-Source Projekt Bionicinspiration.org. Hubertus Heigl schrieb eine Diplomarbeit über die Analyse und Verbesserung eines Kunststoffverwerters für Labore mit Hilfe von TRIZ an der TU München. Aus Erlangen war Marius Bergmann nominiert, der eine sehr nette App für iOS und Android entwickelt hatte. Diese App enthält über 400 Beispiele zu den 40 erfinderischen Prinzipien die über die Jahre in den TRIZ-Vorlesungen an der Universität Erlangen-Nürnberg gesammelt wurden. Jedes Beispiel enthält ein Bild und eine Beschreibung. Ende Juni sollte die App unter der Bezeichnung „40IP“ in den App-Stores erhältlich sein. Der vierte nominierte Student war Lorenz Buchler aus Berlin, der TRIZ nutzte um den Finanzierungsprozess eines großen Unternehmens zu verbessern. Alle vier Studenten zeigten eine Menge Enthusiasmus im Benutzen und Anwenden von TRIZ.

Nach den Workshops gab es zwei weitere Vorträge. Herfried Schwarz (Bamed/MAM) zeigte den Anwesenden wie man mit Hilfe von Technological Forecast, dem 9-Felder-Denken, S-Kurvenanalysen, Hauptparameteranalyse (MPV), Physical Parameter Determination, Value Conflict Mapping und den Trends der Technikevolution Ideen hervorbringen kann. Sehr beachtlich ist, dass all diese Ansätze genutzt wurden um neue Schnuller für Babys zu entwickeln. Danach zeigte Dr. Christian Iniotakis (Traxon Technologies Europe GmbH, Osram Licht AG), wie man TRIZ nutzen kann, um Patente von Wettbewerbern zu umgehen.

Der sehr erfolgreiche Tag endete mit einigen Schlussworten von Dr. Robert Adunka und Dr. Robert Bartl. Nun wird Bayern Innovativ den Teilnehmern Folgeveranstaltungen anbieten, um die Verbreitung von TRIZ zu fördern. Zu diesem Zweck wurde auch ein TRIZ Level 1 Kurs aufgesetzt.

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